Ein junger Eiskonditor mit frischen Ideen

Angelo Cacurri, Inhaber des Il Gelato

20. Feb 2018 | Angelo Caccuri ist gerade mal 22 Jahre alt. Damit ist der Italiener einer der jüngsten Eisdieleninhaber Deutschlands. Im „Il Gelato“, das der gelernte Eiskonditor im Quartier Wilhelmsstraße betreibt, verfolgt er einen hohen Anspruch – und hat aus der Winterpause aufregende Ideen für die Saison mitgebracht.

Ein grauer Februarnachmittag, es herrscht Schneegestöber. Vor dem Eiscafé „Il Gelato“ warten zwei Stühle mit roten Decken auf die ersten mutigen Terrassengäste, so als wollten sie der kalten Witterung trotzen. Doch die Tage des Winters sind gezählt. Das Packpapier an der Fensterfront ist entfernt, beim Blick hinein wird klar: Es ist wieder angerichtet. Die Winterpause ist beendet, ein herzliches Willkommen an die neue Saison.

Ortstermin bei Angelo Caccuri in der Wolfsschlucht. Das Eiscafé ist angenehm temperiert, der betörende Duft frischer Kaffeebohnen steigt in die Nase. Ein schnelles Buon Giorno, dann fällt der Blick hinter die Vitrine auf die überraschende Vielfalt bunter Eiscremesorten. Nicht weniger als 22 Geschmacksrichtungen sind angemischt.

An neuen Eisideen getüftelt

Der klassische Wintergast tendiere ja eher zu den heißen Waffeln oder dem hausgemachten Tiramisu, mit Sahne verfeinert und ohne Eierlikör, erzählt er. „Aber wer sagt eigentlich, dass Eiscreme nur was für den Sommer sein muss? Hier drinnen ist es doch schön warm“, stellt Caccuri augenzwinkend fest. Ein entwaffnendes Argument – und ehe man es sich versieht, ist die Lust auf Eiskugeln geweckt. Was liegt denn im Trend? „Schmand-Basilikum. Das ist der Renner.“ Der Exotenstatus sei vorbei, jetzt sei die Sorte die erste gewesen, die nach der Wiedereröffnung verbraucht sei. Dicht gefolgt von Schokolade-Chili-Amarena. Doch der schlacksige junge Mann, der in der Eisschule in München sein Diplom absolvierte, wäre kein Caccuri, wenn er daneben nicht auch an neuen spannenden Ideen für neue Sorten arbeiten würde. So wie sein Vater, der ein weiteres „Il Gelato“ in der Friedrich-Ebert-Straße betreibt. „Papa“ mache schon seit 35 Jahren Eis. Seit nunmehr 18 Jahren auch erfolgreich in Kassel.

So wird Angelo Caccuri bald eine Neuinterpretation des absoluten Klassikers, des Vanilleeises präsentieren, die schwarze Vanille. „Das Eis wird noch dunkler sein als Zartbitterschokolade. Premiere ist im Frühjahr.“ Auch bei der beliebten Sorte Cookies will er seine Gäste überraschen: mit der Geschmacksrichtung „Cookies Lemon“, mit dem Aroma frischer Zitronen. „Und haben Sie schon mal von ‚Fior di Latte‘ gehört?“ Ein reines Milchspeiseeis, das in seiner Heimat – und der aus Kalabrien stammende Italiener muss es wissen – „so gut wie überall“ zu haben sei, hierzulande eher nur vereinzelt. „Im Sommer ein echter Geheimtipp!“ Der Rest werde spontan entschieden. Es gäbe da keinen festen Plan, es hänge auch von der Ernte und der Qualität der Produkte ab, die zur Verfügung stehen.

Vegan und Obst aus der Region

Überhaupt die Qualität. Diese liegt Cacurri neben seiner großen Lust an Innovation besonders am Herzen. Geschmacksverstärker oder Farbstoffe lehnt er ab. Beim Obst setzt er konsequent auf Zulieferer aus der Region, daneben verfügt er über bewährte Partner aus Italien, die Kaffee, Kakaobohnen und mehr liefern. Genießern, die gegen Milch und Sahne allergisch reagieren, sagt er: Sein Fruchteis ist 100 Prozent vegan, also ohne jegliche tierischen Inhaltsstoffe. Das Speiseeis produziert er übrigens höchstselbst. Mit etwas Glück kann man ihn beim Herstellen beobachten – wenn die Tür zu dem Nebenraum offensteht. Für ein Eis benötigt er etwa 10 bis 15 Minuten.

Die Sonnenterrasse mit 35 Plätzen in beschaulicher Ruhe, aber dennoch mittendrin, steht bald bereit. Sein Team sowieso – aktuell sucht er noch eine Servicekraft. Sie sollte Erfahrung aus dem Verkauf mitbringen und kundenfreundlich sein.

Und welche Eisbecher sieht er diese Saison vorne? Das Ergebnis ist wenig überraschend. „Spaghetti-Eis geht immer“, schmunzelt er. „Und Fruchtbecher in allen Varianten, allen voran der Erdbeerbecher.“

Foto: Kettler Kommunikation

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