Außergewöhnliches Graffiti im Quartier

Graffiti-Kunst im Quartier Wilhelmsstraße

19. Jan 2018 | Im Quartier Wilhelmsstraße, in der Seidlerstraße, findet sich eines der ungewöhnlichsten Graffiti-Kunstwerke der Stadt. Ein phantastisches Motiv als Huldigung an die Welt des Films. Gesprüht wurde es im Aufrag der Hauseigentümer.

Die Rückwand des Cineplex Capitol-Kinos, schräg gegenüber der Einfahrt zum Parkhaus Wilhelmsstraße, ist Schauplatz eines der beeindruckendsten Graffiti-Wandgemälde, die in Kassel zu bestaunen sind. Es war im Sommer 2014, als auf 100 Quadratmetern, basierend auf 100 eigens angemischten Farben, ein Kunstwerk mit teils fotorealistischem Airbrush entstand, dessen Bannkraft man sich schwer entziehen kann. Links zunächst in schwarzweiß die Figur Alfalfa von den legendären „Kleinen Strolchen“. Von dort spannen springende Pferde samt Reitern virtuos den Bogen zu einer ziemlich schrägen Figur im Kinosessel mit 3D-Brille, die sich offenbar sehnlich eine Eistüte wünscht. Motive rund ums Kino also, aber ganz anders als das Erwartbare mit den typischen legendären Filmfiguren. Der Zauber der Leinwand, eingefangen auf ungewöhnliche und mutige Weise – und ein großartiger Hingucker auch noch nach einigen Jahren.

Graffiti-Kunst im Quartier Wilhelmsstraße nahe des Parkhauses

Angefertigt hatte es David Schmidt, Künstlername „Jackules“, einer der Größten der Graffiti-Szene. Bekannt ist er vielen auch durch seine beeindruckenden Fassadengestaltungen für Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft GWH und im Stadtteil Wesertor, die sogar preisgekrönt sind. Zuvor war bei Hauseigentümerin Natalie Kölsch und Kinochef Wolfgang Schäfer die Idee gereift, die bis dahin weiße Wand durch Graffiti-Kunst aufzuwerten. Schmidt, der gelernte Tischler und Gestalter im Handwerk, der längst von seiner Kunst lebt, wird in der Szene stark respektiert. Eine Szene, in der das Credo gilt, ein Kunstwerk eines anderen nicht zu übersprühen.

Eine zeitlang davor hatten illegale Sprayer der weißen Wand des Gebäudekomplexes nicht widerstehen können und ihre Tags gesprüht, Namenskürzel, die die Wand verunstalteten, erinnert sich Tamer Özdemir, Marketingmann im Cineplex Capitol. Die Schmierereien, die sie dort hinterlassen haben, hätten jedesmal aufwendig und kostenträchtig entfernt werden müssen. Das pfiffige Konzept von Natalie Kölsch und Wolfgang Schäfer, Graffiti mit hochwertigem Graffiti zu bekämpfen, sei aufgegangen, wie man sehe, sagt Özdemir. Abschließend hält er noch einen schönen Tipp bereit: einen virtuellen Spaziergang durch das Kinogebäude, etwas in dieser Art Neuartiges. Zu erleben unter www.kino-nordhessen.de/360

Fotos: Kettler Kommunikation

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